„Ein ruhiger Blick, eine stille Konsequenz, in jeder Jahreszeit, in jeder Stunde das ganz Gehörige zu tun,

wird vielleicht von niemand mehr als vom Gärtner verlangt.“

(Johann-Wolfgang von Goethe)

 

Das Herz geht uns auf, wenn uns die ersten Frühlingsboten überraschen, die sich im frostigen Boden oder gar unterm Schnee vorbereitet haben, um ihr Licht der Sonne entgegenzustrecken.

 

Am 17. März kennt der Volksglaube den Namenstag der Hl. Gertraud, Schutzpatronin der Gärtner, des Gartens und der Feldfrüchte. Im Volksmund heißt es dann „Gertraud den Garten baut“ und „An Sankt Gertraud ist es gut, wenn in die Erd’ die Bohn man tut“.

 

Zu erleben, wie aus der Bohne, die wir in die Erde gedrückt haben, ein dicker Keimling sich reckt und übers Jahr aus dem kleinen Samen eine riesige Pflanze sich an der Stange emporrankt, prächtig blüht und uns aus prallen Schoten im Herbst neue Bohnen entgegenfallen, berührt uns Gärtner jedes Jahr aufs Neue.

 

"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün." Hildegard von Bingen

 

Dabei berührt uns die „Grünkraft“ nicht allein in der Natur der Pflanzen, wir lassen uns berühren von unserem eigenen Natur-Sein indem wir da sind im Garten.

 

„ Ein Garten ist eine Erweiterung unserer selbst, und so muss es etwas sein, um das wir uns auf immer neue Art bemühen müssen.“ Arthur Miller

 

Zugleich zum Natur-Sein des Gartens und unserem eigenen sind wir Menschen mit unserer schöpferischen Kraft dabei, ein Stück aus der Natur mit unserer kreativen Kraft umzuwandeln in Garten. C. G. Jung schreibt: „Nur der Mensch schafft einen Garten“. Im Garten erleben wir  gleichsam diese existentielle Situation des Menschseins im Aufgespannt-Sein zwischen kultureller Gestaltungskraft und naturhaft Bedingtem.